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27. Januar: Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

- Initiativen gegen Neonazis und das Vergessen
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert insbesondere an alle Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus und jene Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Der Gedenktag wurde im Jahr 1996 durch Bundespräsident Roman Herzog auf den 27. Januar festgelegt. Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau befreit. In der Proklamation führte Bundespräsident Herzog aus: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ Seither wird am 27. Januar in Veranstaltungen bundesweit die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wachgehalten. (Textbasis: Wikipedia.de, November 2011)
Exkursion zum Anne-Frank-Museum in Amsterdam
Die "8.-Mai-Initiative Bottrop" führt in Kooperation mit der Volkshochschule Bottrop am 8. November 2008 eine Fahrt zum Anne-Frank-Museum in Amsterdam durch. Dort besteht die Gelegenheit, das Amsterdamer Stadtviertel, in dem das Anne-Frank-Haus steht, näher zu besehen. Und auch bis zu jenem Viertel zu gehen, um sich dort anzuschauen, wo Anne Frank mit ihrer Familie in Amsterdam gelebt hat, bevor sie untertauchen musste.
Anne Frank - ein Mädchen mit Hoffnungen, Wünschen und Träumen - ein Mensch aus der Mitte Unzähliger, die duch die NS-Diktatur gelitten haben, die ihrer Jugend und ihres Lebens beraubt wurden - ein Mensch von mehr als sechs Millionen, die durch die deutschen Nationalsozialisten ermordet wurden. Anne Frank hat ihre Leiden aufgeschrieben, solange sie konnte. Als Opfer und Zeugin der Verbrechen gibt sie mit ihren Worten den Opfern ein Gesicht und eine Stimme.
Mit der Ausstellung möchte das Anne-Frank-Haus die Besucher über die Geschichte des Holocaust aus der Perspektive Anne Franks und ihrer Familie informieren und die Besucher herausfordern, über Begriffe wie Toleranz, gegenseitigen Respekt, Menschenrechte und Demokratie nachzudenken. Die Geschichte ist in fünf Zeitabschnitte gegliedert. Für jeden dieser Zeitabschnitte wurde ein Thema ausgearbeitet, das von Interesse für die heutige Zeit ist: 1) Annes erste vier Lebensjahre. 2) Flucht der Familie Frank in die Niederlande. 3) Die Familie Frank und andere Juden in der Falle. Beginn der Judenverfolgung in den Niederlanden. 4) Versteckzeit im Hinterhaus, Tagebuch und Deportation. 5) Veröffentlichung des Tagebuchs. Die Leitung dieser interessanten Exkursion liegt bei Klaus Lange von der 8.-Mai-Initiative, der unter Tel. (02045) 52 35 weitere Informationen gibt.
Die Kosten für die Teilnahme betragen 45 Euro, ermäßigt für Schüler und Studenten 30 Euro; darin enthalten ist der Besuch des Anne-Frank-Museums und die Busfahrt mit Hin- und Rückfahrt zwischen Bottrop und Amsterdam. Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen erforderlich bei der Volkshochschule (VHS) Bottrop; Böckenhoffstraße 30, 46236 Bottrop, Tel. (02041) 70-33 10, E-Mail: info@vhs-bottrop.de. Abfahrt und Treffpunkt ist um 9 Uhr am Gleiwitzer Platz in Bottrop-Stadtmitte. Die Rückankunft ist für ca. 19 Uhr vorgesehen. (US, Oktober 2008)
Ausstellung: "Kristallnacht - auch in Bottrop"

Bottroper Stadtarchiv: Ausstellung in der Galerie im Kulturzentrum August Everding
Das Stadtarchiv Bottrop hat vom 17. Oktober bis 22. November 2008 eine besondere Ausstellung unter dem Titel "Kristallnacht, Verfolgung und Deportation der Juden - auch in Bottrop" in der Galerie im Kulturzentrum August Everding organisiert (kleines Foto).
Auch in Bottrop kam es in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der so genannten "Kristallnacht", zu gewalttätigen Übergriffen auf jüdische Geschäfte, Wohnungen und den Jüdischen Betsaal an der Tourneaustraße. Die Gewalt richtete sich aber auch gegen Bottroper Juden selbst. Die Ausstellung erinnert mit Fotos und Dokumenten an die lokalen Ereignisse und an das Schicksal der Juden in Bottrop in der gesamten Zeit des Nationalsozialismus.
Ergänzend wurde im Kulturzentrum August Everding an der Blumenstraße 12 - 14 die Wanderausstellung der Berliner Gedenkstätte "Haus der Wannsee-Konferenz" mit dem Titel "Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden 1933 – 1945" gezeigt, die insbesondere für Jugendliche konzipiert wurde. Der Eintritt zu den Ausstellungen war übrigens frei. Weitere Informationen erteilt die Bottroper Stadtarchivarin Heike Biskup unter Telefon (02041) 70-37 55. (US, Basistext: Offizielle Pressemitteilung der Stadt Bottrop, 5. September 2008, Fotos: Stadt Bottrop)

- Das Möbelgeschäft der jüdischen Familie Reichenstein an der Gladbecker Straße 14 in Bottrop wurde im November 1938 geplündert (Foto: Stadt Bottrop/Staatsarchiv Münster).
Hintergrund 9. November 1938
Seit der Machtübernahme Hitlers 1933 waren die Juden zunehmend den Diskriminierungen durch das NS-Regime ausgeliefert. Dieser Antisemitismus und die Judenfeindschaft äußerten sich vor allem im Boykott und in der Verdrängung des jüdischen Volkes aus allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen.
Demnach ist es sehr verwunderlich, dass nur so wenig Juden Deutschland in den ersten Jahren nach 1933 verlassen haben. Einerseits war die Auswanderung lediglich den reichen Juden mit den nötigen "Kontakten" vorbehalten, wobei die vermögenslosen Juden dazu verurteilt waren, im Land zu bleiben. Doch andererseits sahen sich die deutschen Juden als Teil des deutschen Volkes an. Deutschland war ihre Heimat. Wo sollten sie hin? Wie sollten sie im Ausland leben? Für die meisten jüdischen Familien gab es keine Alternative und so kam es, dass die überwiegende Mehrheit erst mit dem Novemberpogrom das bittere Erwachen erlebte.
Den Anfang der verhängnisvollen Entwicklung bildete ein eher "nebensächlicher Anlass". Im Herbst 1938, nach dem "Anschluss" Österreichs, hatte die polnische Regierung Befürchtungen, dass die in Österreich lebenden 20.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit eine Rückkehr nach Polen beabsichtigten, um dem nationalsozialistischen Regime zu entfliehen. Um diese Rückkehr zu verhindern, wurde den Betreffenden, die mehr als 5 Jahre im Ausland gelebt und die Verbindung zum polnischen Staat verloren hatten, die Staatsangehörigkeit zu Polen entzogen. Da das NS-Regime nicht daran interessiert war, dass die Juden im Reichsgebiet verblieben, wurden am 28. Oktober 1938 mehr als 15.000 Juden bei einer "Nacht- und Nebelaktion" in das deutsch-polnische Grenzgebiet abgeschoben.
Dies betraf vorwiegend die 70.000 Juden polnischer Nationalität, die in Deutschland lebten und deren Pässe am 30. Oktober ihre Gültigkeit verloren hätten. Unter den Deportierten befand sich auch die Familie Grünspan (Grynszpan) aus Hannover. Die Grünspans hatten zwei Töchter und einen Sohn Herschel (damals 17 Jahre alt), der sich illegal in Paris aufhielt. Als Herschel eine Postkarte seiner Schwester erhielt, in der sie über die Abschiebungsaktion berichtete, kaufte sich dieser daraufhin am 7. November eine Pistole und Munition, um sich anschließend zur deutschen Botschaft zu begeben. Die unerhörte Brutalität gegen seine Familie empörte den jungen Mann so sehr, das er sich zu einem Attentat entschloss. Als er den Botschafter zu sprechen verlangte, wurde er an den Legationssekretär Ernst vom Rath verwiesen, auf den er fünfmal schoss. Später ließ er sich ohne Gegenwehr von der französischen Polizei festnehmen.
Nur Stunden später hatten die Nachrichtenagenturen das Ereignis in aller Welt verbreitet. Die Nationalsozialisten ließen augenblicklich behaupten, dass die Tat des Herschel Grünspan ein Anschlag des "internationalen Judentums" auf das Deutsche Reich sei. Die Regie der öffentlichen Meinung über die Ereignisse in Paris erfolgte durch die Lenkung, Ausrichtung und Gleichschaltung der deutschen Presse. Allen Redaktionen wurden Vorschriften gemacht, über Form und Inhalt der Berichterstattung: "In eigenen Kommentaren ist darauf hinzuweisen, dass das Attentat des Juden die schwersten Folgen für die Juden in Deutschland haben muss, [...]. Es ist die Frage zu stellen, ob es die Absicht der jüdischen Clique war, Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich herauf zu beschwören." Die durch die Presse erzeugte Stimmung entlud sich vereinzelt schon am 7. und 8. November in Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Institutionen.
Die Rede Goebbels (Reichspropagandaminister) am 9. November 1938 in einem Münchner Bierkeller zum Gedenken an den Hitler-Putsch von 1923 war das Signal zum Losschlagen und zugleich Handlungsanweisung. Die Rede Goebbels (Reichspropagandaminister) am 9. November 1938 in einem Münchner Bierkeller zum Gedenken an den Hitler-Putsch von 1923 war das Signal zum Losschlagen und zugleich Handlungsanweisung. In der Nacht vom 9. zum 10. November wurden im gesamten Deutschen Reich fast alle Synagogen in Brand gesteckt und ausgeraubt. Etwa 7.000 jüdische Geschäfte und Gemeindeeinrichtungen wurden vollständig demoliert und ausgeplündert.
Wertgegenstände, Bilder und Porzellan wurden ebenfalls sinnlos zertrümmert oder mitgenommen. Es wird geschätzt, dass etwa 20.000 Juden aus ihren Wohnungen "herausgeprügelt" und in die Konzentrationslager verschleppt wurden. Tausende von jüdischen Menschen wurden in dieser schrecklichen Nacht verletzt, ganz zu schweigen von den mehr als hundert Toten. Viele Entrechtete begingen Selbstmord oder wurden in den folgenden Wochen in den Konzentrationslagern umgebracht, entkräftet oder ebenda zum Selbstmord getrieben. Einige Ausschreitungen in dieser Nacht dauerten örtlich sogar bis zum 13. November an.
Die Berichterstattungen am Tag nach dieser Nacht waren wie die über das Attentats durch genaue Regieanweisungen bestimmt. Immer wieder wurde beteuert, wie spontan die Reaktionen auf den Mord an Rath durch Grünspan gewesen seien, wie diszipliniert sich die Entzürnten gegenüber den Juden verhalten hätten. Aber das diese Taten alles andere als spontan waren, wird durch die Überzeugung des Rabbiners Eschelbacher deutlich:
"Die Plünderungen, Brandstiftungen, Morde, Verhaftungen und Misshandlungen erfolgten nach einem genau ausgearbeitetem Plan. Die Banden der Mordbrenner waren vorher schon bis ins Einzelne bestimmt [...]. Die Anweisungen zum Pogrom sind nach sorgfältiger Vorbereitung durch Funkspruch gegeben worden."
Mit keinem anderen Ereignis hatte das NS-Regime so eindeutig und kaltblütig demonstriert, dass es sich über jede humanitäre Regung hinweg setzt und auch auf den Schein rechtsstaatlicher Tradition verzichtet. Diese Absicht wurde z. B. von der Kommunistischen Partei erkannt und geht aus einer Erklärung vom November 1938 hervor:
"... Es ist eine elende Lüge, dass die Pogrome ein Ausbruch des "Volkszorns" gewesen seien. Sie wurden von langer Hand vorbereitet, befohlen und organisiert. allein von den national-sozialistischen Führern [...]. Die kommunistische Partei wendet sich an alle Kommunisten, Sozialisten, Demokraten, Katholiken und Protestanten, an alle anständigen und ehrbewussten Deutschen mit dem Appell: "Helft unsern gequälten jüdischen Mitbürgern mit allen Mitteln [...]." Der Novemberpogrom, als "Reichskristallnacht" von den Faschisten verharmlost, bedeutet die Negierung aller Errungenschaften der Aufklärung. Jegliche Ideen von der Freiheit des Individuums wurden missachtet und verletzt. (Verfasserin: Susanne Naumann)
8. Mai: Aus Geschichte lernen - für Frieden sorgen!
Gedenk- und Diskussionsveranstaltung
Am 8. Mai 2008 fand an der Gedenktafel des Bottroper Rathauses die traditionelle Gedenkveranstaltung unter Beteiligung von etwa 50 bis 60 Personen, darunter Aktive der Bottroper GRÜNEN und der GRÜNEN JUGEND Bottrop, statt. Eine Diskussionsveranstaltung mit den ReferentInnen der Gedenkveranstaltung folgte im Anschluss "in kleiner Runde" in der Bottroper Gaststätte "Passmanns" an der Kirchhellener Straße 57.
- Infos zur Veranstaltung - mit einem Grußwort von OB Noetzel -
Studienfahrt zum Jüdischen Museum Dorsten
Anlässlich des Jahrestages der Ausschwitz-Befreiung führte der Kreisverband der Bottroper GRÜNEN am 28. Januar 2006 eine Studienfahrt zum jüdischen Museum Dorsten durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten dabei einen Einblick in das jüdische Leben und in die Rituale der Religion.
Gedenken: Befreiung des KZ Auschwitz im Jahr 1945

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des KZ Auschwitz befreit. Dieser Tag ist dem Gedenken der Opfer gewidmet. Auschwitz - der Name gilt heute als Synonym für die Konzantrationslager des Dritten Reiches und die furchtbaren Geschehnisse des Holocaust. Es lag als das größte nationalsozialistische Konzentrationslager ungefähr 60 Kilometer westlich von Krakau in Polen. Das Lager wurde 1940 auf Befehl von Heinrich Himmler errichtet und diente sowohl als Arbeitslager als auch ab 1941 als Vernichtungslager. Geleitet wurde es nacheinander von den SS-Obersturmbannführern Rudolf Hoeß, Artur Liebehenschel und Richard Baer.
Der Komplex setzte sich aus drei Einzellagern zusammen: das Stammlager (Auschwitz I, errichtet zwischen Mai und Juli 1940), Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II, errichtet 1941/42 und Auschwitz-Monowitz (Auschwitz III, 1941 als Zwangsarbeitslager errichtet). Weiterhin gab es noch 39 Außen- und Nebenlager. Häftlinge wurden zu Anfangs in Auschwitz II "selektiert". Wer als nicht arbeitsfähig erachtet wurde, den vergaste man meist sofort in einer der vier als Duschräume getarnten Gaskammern Birkenaus. Eine weitere Gaskammer befand sich in Auschwitz I. In diesen Tötungseinrichtungen konnten täglich mehrere tausend Menschen ermordet werden. Die arbeitsfähigen Gefangenen mussten für verschiedene deutsche Firmen, darunter die IG Farben arbeiten. Es gab kaum sanitäre Einrichtungen, kaum medizinische Versorgung. Hunger und und Seuchen waren an der Tagesordnung.





























