GRÜNE Themen

Wasserstofftechnik: Bottroper GRÜNE und Aachener Landtagsabgeordneter am 20. April 2010 bei Emschergenossenschaft in Bottrop
Für die Wirtschafts- und Umweltpartei Nummer 1 ist klar: Ökologische Vernunft und wirtschaftliches Handeln gehören zusammen. Die Bottroper GRÜNEN waren deshalb im Rahmen der „GRÜNEN Wirtschaftstour“ mit dem Aachener Landtagsabgeordneten und Energieexperten Reiner Priggen bei der Emschergenossenschaft zu Gast. Hier wird an der Kläranlage aus Faulgas Wasserstoff erzeugt: Für das Projekt zur Veredelung von Faulgas zu Bio-Erdgas und in einem weiteren Schritt hin zu Wasserstoff hat die Emschergenossenschaft im Jahr 2008 den Innovations-Award von der International Water Association (IWA) verliehen bekommen.
Und die Emschergenossenschaft hat im Sinne „GRÜNER Zukunftstechnologie“ noch viel vor: Es soll Grundlagenforschung betrieben werden, um die Anlage zur Gewinnung von Erdgas und Wasserstoff aus Faulgas weiter zu optimieren - gerade unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Auch der mobile Einsatz von Wasserstoff wird weiter getestet - also die Betankung von Fahrzeugen mit Wasserstoff. Für die Strom- und Wärmeerzeugung im Schulzentrum Welheimer Mark hat die Emschergenossenschaft bereits erfolgreich eine 900 Meter lange Leitung gebaut, mit der der Wasserstoff in das Schulzentrum befördert wird. Dort wurde ein Blockheizkraftwerk installiert, was vor Ort den Wasserstoff in Strom und Wärme für die Schule und das angrenzende Schwimmbad umwandelt.
Dazu äußert der Bottroper Vorstandssprecher Roger Köllner: „Die Emschergenossenschaft wird richtigerweise 2011 eine Bewertung ihrer Arbeit vornehmen, doch sehen sie sich selber als Garant für das Thema Wasserstofftechnologie in Bottrop auch über das Jahr 2011 hinaus. Solche verlässlichen Partner braucht die Region. Auch die Stadt Bottrop sollte in diesem Sinne eine verlässliche Partnerin bleiben.“ Auch der GRÜNE Landtagsabgeordnete Reiner Priggen zog eine positive Bilanz aus dem Gespräch und der Besichtigung: „Die Kompetenz der Emschergenossenschaft liegt in der Herstellung von Bio-Wasserstoff und es ist richtig, viele differenzierte Techniken auf dem Weg in eine Zukunft auszuprobieren, die regenerative Energien benötigt. Die Emschergenossenschaft leistet damit eine unschätzbare Innovations- und Entwicklungsarbeit nicht nur für Bottrop und die Region, sondern auch für das Land NRW.“ (US, April 2010 - Aktualisierung Mai 2010)
- WAZ-Bericht „Weltwasserstoffkonferenz: Der Treibstoff aus dem Klärwerk“ vom 21. Mai 2010 -


Brennstoffzellen und Wasserstoff: Innovative Lösungen zum Einsatz in vier europäischen Regionen
Ein umweltpolitisch bedeutendes Projekt der Europäischen Union (EU) nimmt mit Bottrop als Teil der Emscher-Lippe-Region endlich Fahrt auf: Die beteiligten politischen Regionalvertreter aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien haben am 20. September 2007 im Schloss Herten eine Erklärung unterzeichnet, in der sie eine enge Zusammenarbeit beim Einsatz und der zielgerichteten Weiterentwicklung der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie für Fahrzeuge vereinbart haben. "Bis zum Jahr 2011 sollen umweltfreundliche Klein- und Leichtfahrtzeuge zur Marktreife entwickelt und unter realen Bedingungen eingesetzt werden. Angetrieben werden die Fahrzeuge durch wasserstoffgespeiste Brennstoffzellen", erläutert Ulrich Schnirch, umwelt- und verkehrspolitischer Sprecher der Bottroper Ratsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN. Das Ziel des Projektes: Die Fahrzeuge sollen von den NutzerInnen im täglichen Gebrauch "vor Ort" getestet werden.
"Hertener Erklärung": Abwesenheit von OB Peter Noetzel
"Dies ist ein Meilenstein für die Emscher-Lippe-Region. Wir positionieren uns auch international auf einem der zentralen Zukunftsfelder für umweltfreundliche Energien", so Landrat Jochen Welt für den Kreis Recklinghausen. Zur Emscher-Lippe-Region gehören neben dem Kreis auch die Städte Gelsenkirchen und Bottrop. Leider ließ sich Bottrops Oberbürgermeister Peter Noetzel (SPD) in Herten, wie bereits mehrfach in der Vergangenheit, erneut von einem städtischen Mitarbeiter vertreten. Partner innerhalb der EU sind die Regionen Rhônes-Alpes (Frankreich), Emilia Romagna (Italien) und Castilla y Léon (Spanien). "HyChain-Minitrans" ist eines der Leitprojekte der EU und der EnergieAgentur.NRW im Bereich Brennstoffzelle und Wasserstoff. "Die Entwicklung und Verbreitung neuer Energietechniken ist eine globale Herausforderung. Daher ist eine intensive Zusammenarbeit auf europäischer Ebene besonders notwendig", erläutert Dr. Volkhard Riechmann, Abteilungsleiter Energie im Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW.
EU-Demonstrationsprojekt mit 158 Fahrzeugen
Neben den vier EU-Regionen sind 25 Unternehmen und Institutionen an "HyChain-Minitrans" beteiligt. Leiter des Projektes ist Philippe Paulmier von Air Liquide Frankreich: "Das Projekt ist der Motor zur Etablierung von alternativen Kraftstoffen und zur Markteinführung der Brennstoffzellentechnologie. Der Einsatz dieser sauberen, leisen und innovativen Energie kann europaweit zu einer deutlichen Reduzierung der durch den Verkehr hervorgerufenen Luftverschmutzung beitragen." Das Projekt "HyChain-Minitrans" umfasst eine Flotte von 158 Fahrzeugen: 44 Kleintransporter, 40 dreirädrige Lasten-Fahrräder, 34 Rollstühle, 30 Motorroller und zehn Shuttlebusse. "Die hohe Anzahl der Fahrzeuge, die in den vier EU-Regionen vermarktet werden, soll einen erfolgreichen industriellen Produktionseinstieg ermöglichen", sieht Ulrich Schnirch von der GRÜNEN-Ratsfraktion auch Chancen für die zukünftige Bottroper Wirtschaftsentwicklung. Die Fahrzeuge werden - in der Testphase - durch austauschbare Wasserstoffkartuschen betankt. Mit einer einfachen "Clip-on"-Technik können sie unkompliziert und sicher bedient werden. Die Verteilung von mehr als 2.000 dieser Kartuschen wird durch die in den EU-Regionen bereits vorhandene Infrastruktur unterstützt.
Partner der EU-Regionen bei "HyChain-Minitrans"
In dem am 20. September 2007 in Herten unterzeichneten "Memorandum of Understanding" vereinbarten die vier EU-Regionen, dass sie über "HyChain-Minitrans" hinaus gemeinsame Projekte beim Einsatz des umweltfreundlichen Wasserstoffes entwickeln und fördern möchten. Dies kann beispielsweise den Einsatz größerer Fahrzeuge oder innovative Lösungen für den Einsatz im Gebäudebereich betreffen. In Nordrhein-Westfalen und insbesondere der Emscher-Lippe-Region beteiligen sich folgende Partner an "HyChain-Minitrans":
- Air Liquide Deutschland GmbH: Aufbau und Betrieb einer 700bar-Wasserstoffabfüllung für Hochdruckkartuschen für den mobilen Brennstoffeinsatz im Chemiepark Marl (HyLog),
- Hydrogenics GmbH: Entwicklung eines Midibusses mit Brennstoffzellen-Hybridantrieb in Gladbeck,
- Masterflex Brennstoffzellen GmbH: Entwicklung eines Cargobikes mit Brennstoffzellenantrieb in Herten (Lastenfahrrad, vgl. Foto),
- WiN Emscher-Lippe GmbH: Servicecenter (HyServ) für Fahrzeuge und Anwender, Anbieter von Schulungs- sowie Qualifizierungsmaßnahmen und Sitz der Projektsteuerung in Herten,
- Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie: Wissenschaftliche Begleitung.
Das auf fünf Jahre angelegte Projekt ist am 15. Januar 2006 gestartet worden. Das Gesamtbudget beträgt rund 38 Mio. Euro. Die EU unterstützt "HyChain-Minitrans" mit 17 Mio. Euro. Die übrigen 21 Mio. Euro steuern die beteiligten Unternehmen und Institutionen bei. Der Anteil der NRW-Partner am Etat liegt bei 8,4 Mio. Euro, davon sind vier Millionen Euro Förderung. (US, September 2007 - Aktualisierung Oktober 2007)
- GRÜNER Antrag "Wasserstoff-Leitprojekt HyChain-Minitrans" -
- WAZ-Bericht "Bottrop als Standort der Wasserstoff-Technologie" vom 22. Februar 2008 -
- Brennstoffzellenzug "Hydrogen Train": Eisenbahn mit Wasserstoffantrieb -
Europaweites Brennstoffzellenprojekt ´HyChain-Minitrans´: Kooperation bei umweltfreundlichen Fahrzeugen" (TV-Bericht Oktober 2007 - Masterflex-Brennstoffzellentechnologie aus Herten) -
Anschaffung eines Cargobikes: Stadt Bottrop unterstützt europaweites Brennstoffzellenprojekt ´HyChain-Minitrans´ mit klimafreundlichem Lastenrad für den örtlichen Verwaltungseinsatz (Masterflex-Brennstoffzellentechnologie aus Herten) -

Brennstoffzellen erzeugen auf direktem Wege Strom und Wärme aus Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2), indem sie chemische Energie ohne thermische oder mechanische Zwischenschritte in elektrische Energie umwandeln. Als "Reaktionsprodukt" entsteht nur Wasser. Im Aufbau ähnelt die Brennstoffzelle einer herkömmlichen Batterie, bestehend aus zwei Elektroden (Anode und Kathode) und einem Elektrolyt. An die Anode wird kontinuierlich Wasserstoff herangeführt, an die Kathode Sauerstoff. Der Elektrolyt fungiert als eine Art Trennwand zwischen beiden Elektroden und sorgt dafür, dass Sauerstoff und Wasserstoff nicht direkt aufeinander treffen. Nur die positiv geladenen Wasserstoff-Ionen (2H+) gelangen hindurch, nachdem jedes Wasserstoffatom an der Anode ein Elektron abgegeben hat.
Diese Elektronen nehmen den Umweg über einen äußeren Stromkreis. Es entsteht also elektrische Spannung - vergleichbar mit der Spannung, die zwischen den beiden Polen einer Batterie entsteht. Die Sauerstoffatome an der Kathode nehmen diese Elektronen auf (O2-) und ziehen anschließend die Wasserstoff-Ionen durch die Membran. Aus der Reaktion von 2H+ und O2- entsteht ohne sonstige Emissionen H2O, also Wasser. Der für den Betrieb von Brennstoffzellen benötigte Wasserstoff wird derzeit aus Erdgas gewonnen, über einen in die Geräte integrierten Reformer. Die anfallenden CO2-Emissionen reduzieren sich durch den hohen Wirkungsgrad von in Kraft-Wärme-Koppelung betriebenen Brennstoffzellen gegenüber konventioneller Energieumwandlung ganz erheblich. (US, Oktober 2007)

Die im Kreis Recklinghausen gelegene Stadt Herten, ein Kooperationspartner der Stadt Bottrop, will sich in der örtlichen Wirtschaftsförderung verstärkt auf Wasserstoff als den Energieträger der Zukunft konzentrieren. Dazu wurde im Juni 2007 ein runder Tisch mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ins Leben gerufen. Die TeilnehmerInnen vereinbarten die Gründung eines Kompetenz-Zentrums für den Bereich Wasserstoff auf dem Gelände der ehemaligen Hertener Zeche Ewald.
Hertens Bürgermeister vergleicht die Entwicklung beim Wasserstoff gerne mit der Entwicklung des Automotors. Der sei zufällig in Stuttgart erfunden worden, drumherum habe sich dann ein ganzer Wirtschaftszweig gebildet. Erste Unternehmen haben in Herten bereits zum Thema Brennstoffzelle und Wasserstoff Fuß gefasst. Sie sollen beste Entwicklungschancen bekommen. Dazu dient der nun gegründete runde Tisch. Erstes großes Ziel wird die Gründung eines Zentrums für Wasserstoff auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerkes Ewald 1/2/7 unter der Bezeichnung "H2Herten" sein. Bereits im Laufe des Jahres 2008 sollen dort jene Unternehmen in Herten ein gemeinsames Dach bekommen, die auf Wasserstoff als Zukunftsenergie setzen. (US, Juni 2007 - Aktualisierung September 2007)
- Wasserstoffbetriebene Räder der Deutschen Telekom: "Klimafreundliche Cargobikes für die Berliner Innenstadt" (Masterflex-Brennstoffzellentechnologie aus Herten) -
- NRW-Kompetenz-Netzwerk "Brennstoffzellen beleuchten Stand der EnergieAgentur.NRW" -
