Gesundheit braucht Abstand: Mehr denn Je!

Die aktuelle Corona-Krise verändert die Welt, sie verändert einzelne Städte. Und auch die Stadt Bottrop zeigt sich im Alltag z.B. im Straßenverkehr von ihrer ungewohnten Seite.

Andrea Swoboda und Roger Köllner:“Die Menschen legen insgesamt weniger Wege zurück und sie legen sie anders zurück als man in Bottrop gewohnt ist. Ein immer höherer Anteil der Wege in Bottrop wird mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die Bottroper*innen verbinden bei ihren Wegen die gesundheitsfördernde Bewegung an der frischen Luft mit der Möglichkeit, Abstand voneinander zu halten.“

Mit dem Rad zu fahren, ist gerade in der Corona-Krise gut, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden und trotzdem zwingende nötige Wege zurückzulegen.

Viele Haushalte sind zudem finanziell auf den öffentlichen Verkehr und das Fahrrad angewiesen, um ihre Mobilität sicherzustellen. Mehr noch: Je geringer das Einkommen, desto höher ist diese Abhängigkeit.

Um den Bürger*innen zu ermöglichen, möglichst ansteckungsfrei ihre Wegezurückzulegen, benötigt auch Bottrop für die Zeit der Corona-Krise ein Netz an provisorischer, geschützter Fahrradinfrastruktur auf den Fahrbahnen der Hauptstraßen.

Temporäre Radfahrstreifen können zusätzliche sichere Angebote mit ausreichendem Platz für die Radfahrenden schaffen. Erweiterte Aufstellflächen an Kreuzungen können zudem mehr Raum geben, um die nötige Distanz zu anderen Radfahrenden einzuhalten. Denn auch im Radverkehr gilt: 1,5 Meter Abstand halten, um der Verbreiterung des Corona-Virus entgegenzuwirken.

Diese ermöglicht noch mehr als bisher auch ungeübten Fahrradfahrer*innen den Umstieg, da sie Sicherheit und Sicherheitsgefühl bereitstellen. Ausreichend dimensioniert erlauben sie sicheres Überholen von Radfahrenden und auch sicheres Überholen von Radfahrenden durch den Kraftverkehr, so dass auch der notwendige Wirtschaftsverkehr unfallfrei abgewickelt werden kann und damit auch die Krankenhäuser entlastet werden. Ohne sichere temporäre Radinfrastruktur ist hier sogar eine Zunahme zu befürchten, da aufgrund des geringeren Autoverkehrs dieser offensichtlich schneller und damit auch gefährlicher für ungeschützte Verkehrsteilnehmer*innen wird.

 

Deswegen fordern viele Bündnisse in einzelnen Städten aufgrund der aktuellen Covid19-Gefahrenlage, jetzt kurzfristig und schnell zu handeln.

„Wir brauchen ein Netz an temporärer sicherer Radinfrastruktur in ganz Bottrop und eine Verlangsamung - und damit Verstetigung - des Kraftverkehrs. Zur Steigerung der allgemeinen Verkehrssicherheit sowie zur Verringerung des Ansteckungsrisikos sind erst einmal zwei Dinge dringend notwendig:

das Errichten von temporären, sicheren Radspuren an Hauptstraßen in allen Bezirken,

so dass ein flächendeckendes Netz entsteht und

die Ausweisung und Durchsetzung von temporären Tempo 30-Hauptstraßen aufgrund

der veränderten Gefährdungslage für ungeschützte Verkehrsteilnehmer*innen.

Die Kombination dieser Maßnahmen leistet einen zentralen Beitrag zu beidem: Der

Funktionsfähigkeit der Stadt durch Sicherstellung der Mobilität bei gleichzeitiger

Verringerung der Ansteckungsgefahr durch smartes “Physical Distancing”.

 

Weltweit gehen Metropolen wie New York, Bogotá und Mexiko Stadt diesen Weg. In Berlin wurden ebenfalls bereits rechtssichere Wege in Pilotprojekten in Kreuzberg beschritten. Die Auswertung der Pilotvorhaben zur Errichtung wurde positiv abgeschlossen:

„Die erste Praxiserfahrung zeigt, dass die Sicherheit im Straßenverkehr gegeben ist, durch die Einrichtung bzw. Erweiteung der Radverkehrsanlagen die Einhaltung der Abstandsregelung der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung ermöglich oder verbessert wird und dass sich durch das geringere Kfz-Verkehrsaufkommen keine negativen Einflüsse auf den Verkehr ergeben.“ (Berlin.de, Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimschutz)

 

Swoboda:„Auch Bottrop sollte in der stadträumlichen Gestaltung zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit dabei sein. In diesem Sinne wenden wir uns an den Krisenstab der Stadt Bottrop und an den Oberbürgermeister.  Politische Mitgestaltung in dieser Krisenzeit, in der die städtischen Gremien nicht tagen, muss auf kurzen Wegen geschehen und zur Lösung beitragen.

Zusammenarbeit ist wichtig - und nicht Konkurrenz.“ 



zurück

URL:https://gruene-bottrop.de/startseite/expand/756696/nc/1/dn/1/