GRÜNE Ratsfraktion zu Fällungen an Osterfelder Straße

Schlimmste Befürchtungen bestätigt!

Die Bottroper Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sieht sich in ihren schlimmsten Befürchtungen nach den Baumfällungen an der Osterfelder Straße bestätigt. Eine "Große Koalition" aus SPD und CDU im Bottroper Stadtrat habe mit diesem "Kahlschlag" den hohen ökologischen Wert der gefällten Bäume mit Füßen getreten. Bei Straßenbaumaßnahmen müsse hier zukünftig ein Umdenken erfolgen. Auch gelte es, die wenigen verbliebenen Linden wirksam vor Bauschäden zu schützen.

"Wärmeinsel Innenstadt": Umdenken bei zukünftigen Baumaßnahmen nötig

Die GRÜNE Ratsfraktion Bottrop kritisiert: "Es ist eine historische Fehlentscheidung von SPD und CDU, mindestens 56 gesunde Bäume an der geschützten Allee der Osterfelder Straße fällen zu lassen. Der wertvolle Baumbestand an der schönen Linden-Allee wurde gegen den mehrheitlichen Bürgerwillen und trotz vielfältiger Initiativen aus Politik und Bürgerschaft leichtfertig geopfert. Und dies, obwohl die Stadt Bottrop bundesweit als Klima-Modellstadt agieren will. Während Forschungs- und Planvorhaben der Stadt eine stärkere Durchgrünung der Innenstadt empfehlen, um hier ein gesünderes Stadtklima zu schaffen, ist nun das Gegenteil geschehen. Dabei war die Bottroper Innenstadt bereits vor den Fällungen zum Teil eine Wärmeinsel mit Feinstaub-Problemen." Symptomatisch für die geringe Wertschätzung der gefällten Allee-Bäume seien verschiedene Mitteilungen der Stadt Bottrop zu den "Bauarbeiten an der Osterfelder Straße", in der die Baumfällungen mit keinem Wort erwähnt werden (US, Januar 2012).


- GRÜNER Antrag zur Abwägung zwischen dem Erhalt von Bäumen und Parkplätzen an der Osterfelder Straße (Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Bottrop am 26.07.2012) -
- Beratungsvorlage der Stadtverwaltung Bottrop zum Ausbau der Osterfelder Straße (Beschluss des Petitionsausschusses im Landtag NRW) -
- Kommmentar: "Die Beschlussvorschläge ... werden abgelehnt" von Werner Boschmann (WeB, 20. Juli 2012) -
- InnovationCity Bottrop: Mobilität-Projekt "Car-Sharing" ("Frische Ideen für unser Klima") -


Droht doch ein "Kahlschlag" an der Osterfelder Straße?

Die GRÜNEN im Rat der Stadt Bottrop kämpfen um den vorhandenen Baumbestand an der Osterfelder Straße (L 511) zwischen Heidenheck und Peterstraße.

GRÜNE fordern "besonders sorgsame Baumaßnahmen" an historischer Baumallee

Für die Sondersitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am 26. Juli 2012 beantragte der GRÜNE Ratsherr Schnirch, "die erforderlichen Kanal- und Straßenausbaumaßnahmen besonders sorgsam durchzuführen" und so den "Schutz der vorhandenen Linden vor Bauschäden" sicherzustellen. Dabei knüpfte Ulrich Schnirch unmittelbar an den Beschluss des Petitionsausschusses des Landtags NRW an, in dem die Stadt Bottrop zu einer besonders sorgsamen Baudurchführung aufgefordert wird. Mit Erfolg. Der Bau- und Verkehrsausschuss votierte einstimmig für den Antrag. Unterdessen halten sich, nach Angaben der Umweltpartei, aber weiter Gerüchte, das Bottroper Baudezernat werde die geschützte, historische Baumallee an der Osterfelder Straße am Ende doch komplett fällen.

AnwohnerInnen sind besorgt durch die Gerüchte über städtische "Kahlschlag"-Pläne

"Es gibt keinen Zweifel, dass Baumaßnahmen an der Osterfelder Straße notwendig sind, um zum Beispiel die maroden Kanäle zu erneuern. Angesichts des hohen ökologischen Werts der dortigen Bäume für das innerstädtische Klima (Sauerstoffproduktion, Feinstaubfilter, Sommerkühlung usw.) lohnt es sich aber, alle Möglichkeiten kreativer Parkplatzlösungen in Betracht zu ziehen. Hierzu haben wir für die öffentliche Sondersitzung beantragt, durch eine Reservierung von 18 Kfz-Parkplätzen der ersten Parkreihe auf dem stadteigenen RAG-Parkplatz für AnwohnerInnen mehr Bäume beim Straßenausbau zu erhalten. Auch ein "Car-Sharing"-Parkplatz an der Osterfelder Straße soll hierzu nach Möglichkeit geschaffen werden", erläutert Ulrich Schnirch die GRÜNE Initiative. Vergebens. SPD und CDU stimmten die GRÜNEN Anträge ohne ernsthafte inhaltliche Beratung nieder.

SPD und CDU bekräftigen: Mindestens 56 Linden werden nach den städtischen Plänen gefällt!

Ergänzend hatte die GRÜNE Ratsfraktion die Vorlage zugrunde liegender Anträge, Stellungnahmen und Erlasse beantragt. Das Abwägen zwischen dem Erhalt von mehr Bäumen und dem Schaffen von Parkplätzen hatte auch der Petitionsausschuss des Landtags NRW während der Anhörung am 22. Juni 2012 in Bottrop und nochmals im gefaßten Beschluss am 26. Juni 2012 erbeten. Die öffentliche Sondersitzung des Bau- und Verkehrsausschusses Bottrop, an der auch sehr viele AnwohnerInnen und Interessierte teilnahmen, fand am 26. Juli 2012 in (dem übervollen) Zimmer 111 des Rathauses Bottrop statt. Zur Erinnerung: Mit der (leider bekräftigten) Umsetzung desvon SPD, CDU und FDP beschlossenen Kanal- und Straßenbaus an der Osterfelder Straße werden mindestens 56 gesunde Linden der geschützten Baumallee in der Klima-Modellschadt "InnovationCity Bottrop" gefällt. Nachtrag: Der Bau- und Verkehrsausschuss hat in der Sitzung am 23.10.2012 - gegen das Votum der Bottroper GRÜNEN - die Vergabe des Ausbaus der Osterfelder Straße von der Peterstraße bis zum Heideneck mit Straßen- und Kanalbau, Beleuchtungsarbeiten und neuer Lichtsignaltechnik-Installation im Umfang von 3.066.016 Euro beschlossen. Baubeginn ist voraussichtlich im Januar 2013. (US, Juli 2012 - Aktualisierungen August 2012 und Oktober 2012)  

- GRÜNER Antrag zur Abwägung zwischen dem Erhalt von Bäumen und Parkplätzen an der Osterfelder Straße (Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Bottrop am 26.07.2012) -
- Beratungsvorlage der Stadtverwaltung Bottrop zum Ausbau der Osterfelder Straße (Beschluss des Petitionsausschusses im Landtag NRW) -
- Kommmentar: "Die Beschlussvorschläge ... werden abgelehnt" von Werner Boschmann (WeB, 20. Juli 2012) -
- InnovationCity: Mobilität-Projekt "Car-Sharing" ("Frische Ideen für unser Klima") -


Zitat - Zur "InnovationCity Ruhr" - Modellstadt Bottrop

"In Bottrop soll mit breiter Unterstützung der Wirtschaft die "InnovationCity Ruhr" entstehen. Dabei wird erstmals ein bestehendes städtisches Quartier mit einem ganzheitlichen Konzept energiesparfit gemacht. Ziel ist es unter anderem, den Ausstoß von Kohlendioxid bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent zu senken. "InnovationCity Ruhr" soll eine europaweite Blaupause für den ökologischen Umbau eines urbanen Viertels liefern."

(Original-Zitat aus der Regierungserklärung "Nordrhein-Westfalen – stark für die Zukunft" von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am 12.09.2012 vor dem Landtag NRW, Foto: Landesregierung NRW)


 

Info: Warum sind Alleen in NRW gesetzlich geschützt?

Baumalleensind für Mensch und Natur, insbesonderein Städten, besonders wichtig, weil Alleen sehr positive Wirkungen für das Stadtklima in innerstädtischen Häuserblöcken und Straßenzügen haben. Sie sind damit ein sehr wesentlicher Bestandteil einer lebenswerten Umwelt.

Unter anderem werden folgende Effektedurch Baumalleen gewährleistet:
* Staubbindung bzw.Staubfilterung aus der Luft (Minderung der Feinstaub-Problematik!),

* Aufnahme von Kohlendioxid,

* Abgabe von Sauerstoff,

* Erhöhung der Luftfeuchtigkeit,

* Verdunstung von Wasser (= angenehme Kühle im Sommer) und

* Beschattung im innerstädtischen Straßenraum

Baumalleen sind ein Stück Heimat, steigern die Lebensqualität der Menschen und bieten vielen Tieren Unterschlupf. Damit dies auch in Zukunft möglichst der Fall ist, stehen Alleen in NRW grundsätzlich unter einem besonderen gesetzlichen Schutz. (US, Juni 2012)

- BUND Bottrop: Grün- und Baumschutz an der Bottroper Baumallee der Osterfelder Straße -


 

Respekt gegenüber Petitionsausschuss im Landtag NRW

Offener Brief der Bottroper GRÜNEN vom 09.05.2012 an die Bottroper Landtagsabgeordneten bzw. die ehemaligen DirektkandidatInnen für den Landtag NRW im Wahlkreis Bottrop - Ratsfrau Cornelia Ruhkemper (SPD) und Ratsfrau Dr. Annette Bunse (CDU) - zum Erhalt der Baumallee an der Osterfelder Straße


Respekt gegenüber der Beratung und der Entscheidung des Petitionsausschusses im Landtag NRW


Sehr geehrte Frau Ruhkemper,
sehr geehrte Frau Bunse,

der Bau- und Verkehrsausschuss hat am 01.07.2011 mehrheitlich einen Beschluss über die Festlegung des Straßenausbauprogramms für die Osterfelder Straße (von der Peterstraße bis zur Straße Heidenheck) gefasst.

An einer vorherigen Unterschriftaktion, initiiert von den Bottroper GRÜNEN, die sich gegen die Fällung der gesunden Bäume im Zuge der Ausbaumaßnahme ausgesprochen hat, beteiligten sich in kurzer Zeit ca. 1.800 Menschen für den Erhalt möglichst vieler Bäume an der historisch bedeutenden Osterfelder Straße, die als Eingangstor zu unserer Stadt fungiert. Engagierte EinwohnerInnen haben begleitend sowohl in Einwohnerfragestunden im Rat der Stadt Bottrop als auch in Bürgeranträgen nach § 24 GO NRW versucht, für ihre Anfragen und Anregungen in den zuständigen Gremien hierfür Gehör zu finden.

Die Fraktion der Bottroper SPD, der Sie, Frau Ruhkemper, angehören, und die Fraktion der Bottroper CDU, der Sie, Frau Bunse, angehören, haben sich mit Ihrer Zustimmung, trotz dieser massiven Einwände, für einen Straßenausbauplan entschieden, der die Mehrzahl der gesunden Bäume zum Opfer fallen sollen.

Im Jahr 2011 haben sich daraufhin mehrere EinwohnerInnen an den Petitionsausschuss des Landtages NRW gewandt und diesem Ersuche und Beschwerden vorgelegt. Vor der Auflösung des Landtages NRW am 14.03.2012 hat sich der Petitionsausschuss (noch) nicht zu den Einwendungen gegenüber der Stadt Bottrop geäußert. Nach der Konstituierung des am 13.05.2012 neu gewählten Landtages NRW wird sich ein neu gebildeter Petitionsausschuss - voraussichtlich noch vor der Sommerpause 2012 - mit den Einwendungen auseinandersetzen.

Die Bezirksregierung Münster hat sich mit Schreiben vom 04.04.2012 an die Stadt Bottrop gewandt, durch das Fällen der Bäume „keine vollendeten Tatsachen“ zu schaffen. Ausdrücklich wird die Stadt ersucht, die Beratung und Entscheidung des Petitionsausschusses abzuwarten. (Dieser Sachverhalt wurde dem Bau- und Verkehrsausschuss in der Sitzung am 03.05.2012 - ohne Anlagen - zur Kenntnis gebracht.)

Diese Ausführungen der Bezirksregierung Münster decken sich weitgehend mit dem im Rat der Stadt Bottrop am 04.10.2011 beratenen Antrag der GRÜNEN Ratsfraktion vom 19.09.2011, die Entscheidung des Petitionsausschusses im Landtag NRW abzuwarten.

Und vergessen wir die Besonderheit des aktuellen Sachstandes nicht: Trotz des langen Zeitraumes, in dem über einen Straßenausbau der Osterfelder Straße diskutiert wird, ist nach Aussage der Bezirksregierung Münster das bisherige Vorgehen der Stadtverwaltung Bottrop nicht geeignet, die Fällung eines einzigen (gesunden) Baumes an der Osterfelder Straße rechtskonform zu rechtfertigen!

Sehr geehrte Frau Ruhkemper, sehr geehrte Frau Bunse,

dass Ihre Fraktionen SPD bzw. CDU der Fällung gesunder, unter den Schutz des § 47 a Landschaftsgesetz NRW fallender Allee-Bäume an der Osterfelder Straße in diesem Ausmaß zustimmen, ist eins und wird von uns GRÜNEN und einer umweltbewussten Einwohnerschaft kritisiert (besonders vor dem Hintergrund einer Stadt, die sich als „InnovationCity“ weit über die Stadtgrenzen hinweg präsentiert und modellhafte Vorgehensweisen in allen städtischen Bereichen entwickeln will!).

Dass jedoch der Arbeit des Landtages NRW und seiner Gremien, wie dem Petitionsausschuss, von Ihren Fraktionen erkennbar kein angemessener Respekt und Anerkennung gezollt werden soll, ist vor dem Hintergrund Ihrer Kandidaturen als Direktkandidaten für den Landtag NRW nicht nachzuvollziehen!

Sehr geehrte Frau Ruhkemper,

als bisheriges Mitglied des Landtages und sogar als Mitglied des Petitionsausschusses, treten Sie Ihre eigene Arbeit in Düsseldorf in Ihrem Wahlkreis Bottrop mit Füßen, wenn Sie es zulassen, dass die Arbeit des Petitionsausschusses „vor Ort“ weder respektiert noch gewürdigt wird!

Als Mitglied des Rates der Stadt Bottrop und als bisheriges Mitglied des Petitionsausschusses im Landtag NRW sind Sie mit den - von einem unabhängigen Baumgutachter als "gesund" eingestuften - Linden an der Osterfelder Straße doppelt befasst und doppelt betroffen. Sie tragen daher eine besondere Verantwortung für ein faires und transparentes Verfahren im Petitionausschuss!

Sehr geehrte Frau Ruhkemper, sehr geehrte Frau Bunse,

wir appellieren an Sie als DirektkandidatInnen für den Landtag: Werben Sie für das demokratische Gefüge Ihrer Arbeit in Düsseldorf!

Treten Sie für das ein, für das Sie (angeblich) kandidieren – für die Arbeit des Landtages NRW, für Ihre Bottroper EinwohnerInnen, die sich in Ihrer Sorge und Not an den Landtag NRW gewandt haben und auf Ihre gerechte Auseinandersetzung mit dem Thema vertrauen. Die Menschen, die sich an den Petitionsausschuss wenden, haben – unabhängig von dem Thema und der Entscheidung vor Ort – ein Recht darauf, dass Sie, sehr geehrte Frau Ruhkemper, sehr geehrte Frau Bunse, Ihnen Gehör verschaffen!
(Mai 2012 - Aktualisierung Juni 2012, Abbildung: GRÜNE Fotomontage Mai 2012)

- Weitere Informationen zur möglichen Baumfällung an der Osterfelder Straße -
- WAZ-Bericht "Osterfelder Straße: Allee kam nach dem Baubeschluss" vom 10. Mai 2012 -
- Sachstandsbericht der Stadtverwaltung Bottrop zum Kanalbau und Straßenausbau an der Osterfelder Straße (Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Bottrop am 03.05.2012) -
- Petitionsausschuss im Landtag Nordrhein-Westfalen: Fragen und Antworten zur Petitionsarbeit im größten deutschen Bundesland ("Petitionshilfe") -

 

"Tag des Baumes" 2012: Genug Bäume geschlagen!

Bärbel Höhn bei Ortsbegehung an der Osterfelder Straße in der Bottroper Stadtmitte

Die ehemalige NRW-Umweltministerin und stellvertretende Vorsitzende der GRÜNEN Bundestagsfraktion Bärbel Höhn (MdB) war am 2. April 2012 an der Osterfelder Straße 38 in Bottrop. Dort nahmen die Bottroper GRÜNEN mit ihr gemeinsam an einer Ortsbegehung der Lindenallee an der Osterfelder Straße teil. Zum Hintergrund: Mit Auflösung des NRW-Landtages sind alle Petitionen zum Erhalt der Lindenallee an der Osterfelder Straße in der InnovationCity Bottrop vorläufig gestoppt. Eingereichte Petitionen können damit erst nach Konstituierung des neuen Landtages in Düsseldorf weiter bearbeitet werden.

Die Bottroper Vorstandssprecherin Melanie Fraas und Vorstandssprecher Stefan Voßschmidt sowie die örtliche Fraktionsvorsitzende Andrea Swoboda von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN äußern dazu aus Anlaß des „Tag des Baumes“: „Jetzt war es an der Zeit, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bottrop deutlich machen, dass sie diesen Kahlschlag an der Osterfelder Straße nicht mittragen. Das Anwohnervotum aus dem Jahr 2011, für einen  Erhalt möglichst vieler Bäume, war eindeutig. Dieses Bürgervotum scheint lokalpolitisch in Bottrop 2012 nicht mehr zu zählen.“ Bärbel Höhn, Andrea Swoboda und Stefan Voßschmidt sowie die Bottroper Umweltverbände sprachen bei der innovativen Ortsbegehung. Alle Interessierten waren herzlich eingeladen hier mitzureden, mit zugestalten oder einfach nur zuhören. (April 2012)

- Weitere Informationen zur möglichen Baumfällung an der Osterfelder Straße -
- Offener Brief an die Bottroper Landtagsabgeordneten: Respekt gegenüber dem Petitionsausschuss im Landtag Nordrhein-Westfalen -
- Bilanz 2010/2011: Stadt Bottrop hat 394 Bäume gefällt und 143 Bäume gepflanzt -

GRÜNE: Erhalt der Baum-Allee an der Osterfelder Straße

Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) hat dem GRÜNEN Ratsherrn Ulrich Schnirch schriftlich den Eingang des Einspruchs für den Erhalt der 130 Jahre alten Lindenallee in der Bottroper Innenstadt bestätigt. Schnirch hatte persönlich und mit einem zweiseitigen Schreiben beim Stadtoberhaupt von InnovationCity Bottrop den Protest über den städtischen Umgang mit 1.758 Unterschriften für den Erhalt möglichst vieler Bäume (und damit gegen 56 Baumstümpfe) vorgetragen. Unterstützt wird Schnirchs Einspruch-Initiative von den Bottroper Bauausschussmitgliedern Willi Urban (ödp), Dieter Polz (Linke) und Ulrich Kunold (DKP). Der Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Bottrop hatte am 1. Juli 2011 - unter GRÜNEM Protest - die Fällung von 56 geschützten Allee-Bäumen im Zuge des Ausbaus der Osterfelder Straße beschlossen.
 

Parkplätze statt Bäume: Allee mit 56 Baumstümpfen?

Zum Beschluss äußert GRÜNEN-Vertreter Ulrich Schnirch: "Für SPD, CDU und FDP ist es offenbar innovativ, beim Ausbau der Osterfelder Straße die Lindenallee von 95 auf 39 geschützte Bäume zu reduzieren und dafür im Bottroper InnovationCity-Projektgebiet mehr Parkplätze zu schaffen." Dabei widerspreche der (regelwidrig herbei geführte) Beschluss im Sinne einer autogerechten Stadt unter anderem auch früheren SPD-Aussagen: "Die Bäume an der Osterfelder Straße lassen sich auch bei einem geplanten Straßenausbau weitgehend erhalten", zitiert Schnirch aus der SPD-Zeitung "Wir in Bottrop". Eine Allee mit Bäumen gebe es in vielen Städten, eine Allee mit 56 gefällten Bäumen werde aber speziell in der InnovationCity Bottrop angestrebt. Das Ziel sei offenbar "weniger Grün - mehr Grau". Schnirch: "Kein Wunder, dass im Bauausschuss mehrheitlich der GRÜNE Antrag abgelehnt wurde, eine städtische Bürgerversammlung zum neuen Ausbauplan durchzuführen."

Osterfelder Straße: Entscheidung im Rat der Stadt Bottrop

Im Schreiben des Bottroper Oberbürgermeisters an Ulrich Schnirch, der auch stellvertretender Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses ist, heißt es: "Die Entscheidung über Ihren Einspruch wird gemäß § 57 Abs. 4 GO NRW durch den Rat der Stadt getroffen. Die materielle Begründetheit des Einspruchs wird zurzeit durch die Verwaltung geprüft." Auch der von der SPD gestellte Bauausschussvorsitzende, der den strittigen Ratsausschuss am 1. Juli 2011 leitete, sei über den Einspruch unterrichtet. Auch der Bottroper Verwaltungsvorstand soll über den Einspruch bereits beraten haben. Ulrich Schnirch: "Es ist gut, wenn der Stadtrat Bottrop über den Erhalt möglichst vieler Bäume an der Osterfelder Straße berät und auch Oberbürgermeister Tischler mit seiner SPD deutlich Farbe bekennen muss. Sollen für Parkplätze abgeholzte Alleebäume typisch für das Stadtbild in der InnovationCity werden, Herr Oberbürgermeister?"

Kanalbau und Neuordnung der Verkehrsflächen baumschonend durchführen

Zum Hintergrund: In § 28 Absatz. 7 Satz 1 der Geschäftsordnung der Stadt Bottrop heißt es, Beschlüsse von Ausschüssen mit Entscheidungsbefugnis können erst durchgeführt werden, wenn innerhalb von sieben Kalendertagen weder vom Oberbürgermeister noch von mindestens einem Fünftel der Ausschussmitglieder schriftlich beim Oberbürgermeister Einspruch eingelegt worden ist. Diese Einspruchsmöglichkeit hat der GRÜNE Ratsherr Ulrich Schnirch frist- und formgerecht beim Bottroper Oberbürgermeister Tischler genutzt. Dazu Schnirch: "Weder wurden die gesammelten Unterschriften für den Erhalt möglichst vieler Linden noch die dem Baubeschluss zugrunde liegenden Ausbaupläne rechtzeitig zugeleitet." Alle Initiativen der Umweltpartei seien darauf ausgerichtet, möglichst baumschonende Tiefbaumaßnahmen an der stadtprägenden Osterfelder Straße zu erreichen. (US, Juli 2011, Abbildung: Damals.inBottrop.de)

- Weitere Informationen zur möglichen Baumfällung an der Osterfelder Straße -

 

Verwaltung: Fällung aller Bäume an Osterfelder Straße?

Stadt Bottrop überdenkt die geplante Fällung aller Straßenbäume an der Bottroper Innenstadtachse 

Unterschriftenaktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN findet 1.758 UnterstützerInnen - Städtische Bürgerversammlung

Die Bottroper GRÜNEN haben die Unterschriftenaktion zum Erhalt möglichst vieler Linden an der Osterfelder Straße zwischen Heidenheck und Peterstraße erfolgreich zum Abschluss gebracht. Am 11. Oktober 2010 überreichte der GRÜNE Ratsherr und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrich Schnirch im Bottroper Rathaus insgesamt 147 Unterschriftenlisten an Oberbürgermeister Bernd Tischler in seiner Funktion als Chef der Verwaltung. Begleitet wurde Schnirch vom GRÜNEN Bezirksvertreter und Vorstandsvertreter Norbert Heimeier sowie von Sigrid Lange in ihrer Funktion als Vertreterin der Baum- und Grünschutzinitiative Bottrop. Die Unterschriftenaktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN war bereits nach einem Monat von mehr als 530 UnterstützerInnen getragen worden und hatte nach gut zwei Monaten die "magische Schwelle" von 1.000 UnterstützerInnen überschritten.

„Von Mitte Juni 2010 bis Ende September 2010 haben insgesamt 1.758 besorgte Menschen die bündnisgrüne Forderung nach einem Erhalt der Baum-Allee an der Osterfelder Straße persönlich unterstützt. Ein besonderer Dank gilt dabei den engagierten Einzelpersonen und Geschäftsinhabern sowie der Baum- und Grünschutzinitiative Bottrop“, freut sich Schnirch über das entstandene Einwohner-Netzwerk für baumschonenden Tiefbau in Bottrop. Zentrale Anlaufstelle sei dabei die GRÜNE Geschäftsstelle in der Bottroper Innenstadt gewesen. Auch die ödp Bottrop habe die Unterschriftensammlung gegen einen Kahlschlag des „wertvollen Bottroper Denkmals“ an der Osterfelder Straße vorbehaltlos unterstützt. „Grundsätzlich zielt der gemeinsame Protest nicht auf einen Verzicht auf notwendigen Kanalbau oder einen Verzicht auf eine Neuordnung der Verkehrsflächen ab, sondern auf möglichst baumschonende Tiefbaumaßnahmen in der Bottroper City und im Stadtgebiet. Dies ist auch in den Gesprächen mit der Stadt verdeutlicht worden“, ergänzt Schnirch.

Die Bottroper Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte im Sommer 2010 entsetzt auf den anfänglichen Vorschlag der Stadt Bottrop reagiert, alle 93 Bäume an der Osterfelder Straße zwischen Heidenheck und Peterstraße zu fällen. „Ich habe im interfraktionellen Gespräch aller Ratsparteien am 8. Juli 2010 erst einmal nachgefragt, ob ich das richtig verstanden habe“, erinnert sich Ratsherr Ulrich Schnirch. Dies wurde aber von der Verwaltung unter der Führung des Technischen Beigeordneten Norbert Höving, der aktuell noch in Borken wohnt, in der gut einstündigen Runde im Bottroper Rathaus bestätigt. Die Umweltpartei habe die Verwaltung in der Folge wiederholt aufgerufen, gemeinsam Alternativen zu entwickeln, die den Erhalt möglichst vieler Linden in der City ermöglichen. Die Bauarbeiten in den 80er Jahren an der Aegidistraße zeigten, dass dies möglich sei.

Zur verwaltungsseitig ursprünglich vorgeschlagenen Fällung des gesamten Baumbestandes an der Landesstraße L 511 zwischen Heidenheck und Peterstraße erläutert Ratsherr Ulrich Schnirch: „Nach Darstellung der Stadtverwaltung hätten 40 Straßenbäume an der Osterfelder Straße gefällt werden müssen, da sie angeblich nicht mehr standsicher sind, sechs Bäume sollten weichen, weil sie im Bereich von Hauszufahrten stehen, weitere 17 sollten dem Kanalbau und die übrigen 30 Bäume dem Straßenbau zum Opfer fallen. Eine Neupflanzung war nach dem Straßenbau zwar vorgesehen, doch drohten die ökologischen Effekte und die Ästhetik der heutigen Allee für viele Jahre verloren zu gehen. Auch führt dies zu Wertverlusten in der städtischen Bilanz. Leider wurden hierzu anfangs keine echten Alternativen vorgestellt, wie dies in der Einladung für das interfraktionelle Gespräch im Juli 2010 in Aussicht gestellt worden war.“ Die Durchführung der Bürgerversammlung für Anlieger und die interessierte Öffentlichkeit wird voraussichtlich im Januar 2011 durchgeführt. Ursprünglich war dies im Herbst 2010 geplant. (US, Oktober 2010 – Aktualisierung November 2010)

- Bezirk Bottrop-Mitte: Straßebäume an der Osterfelder Straße erhalten! -
- WAZ-Bericht "Straßenbäume: Stück Geschichte geht verloren" vom 6. September 2011 -


Aktion „Unsere Osterfelder Straße muss GRÜN bleiben!“

Umweltpartei sammelt erfolgreich Unterschriften für den Erhalt der Bäume an der Osterfelder Straße: Baumaßnahmen müssen Rücksicht auf Straßenbäume nehmen

Die Mitgliederversammlung des Bottroper Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat ihrem Unmut über den Umfang der Baumfällungen an der Osterfelder Straße im Bereich Heidenheck am 9. Juni 2010 Luft gemacht.

Roger Köllner, Vorstandssprecher des GRÜNEN Kreisverbandes: „Wir GRÜNE werden es nicht tatenlos hinnehmen, dass die schonungslose Fällpraxis und die mangelhafte und dazu verharmlosende Bürgerinformation in Höhe Heidenheck Vorbild für die anstehenden Baumaßnahmen der Osterfelder Straße bis zur Peterstraße werden. Die Osterfelder Straße als Eingangstor zu unserer Innenstadt würde bei diesem Vorgehen der Stadtverwaltung vom Baumbestand her über viele Jahrzehnte zurückgeworfen.“

Bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung Bottrop-Mitte am 18. März 2010 hatten die GRÜNEN beantragt, bei Kanalsanierungsmaßnahmen der Stadt Bottrop Baumfällungen möglichst zu vermeiden und vorhandene Bäume bei erforderlichen Bauarbeiten angemessen zu schützen und zu sichern. Nach Darstellung der Bottroper Stadtverwaltung soll der Schutz des vorhandenen Baumbestandes alternativ zum Inlineverfahren – auch ohne Straßenaufbruch und Baugrube - möglich sein. Auf Nachfrage der GRÜNEN bestätigte das Bottroper Tiefbauamt in der Bezirksvertretung Bottrop-Süd am 10. Juni 2010 die Sorge der Umweltpartei, dass im Rahmen der weiteren Bautätigkeiten an der Osterfelder Straße zwischen Heidenheck und Peterstraße weitere Baumfällungen zu erwarten sind.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bottrop führen deshalb seit 14. Juni 2010 die Unterschriftenaktion für den Erhalt der Bäume an der viel befahrenen Landesstraße L 511 durch (Motto „Unsere Osterfelder Straße muss GRÜN bleiben: Baumfällungen vermeiden – Bäume bei Bauarbeiten schützen“). Hierzu wird die Umweltpartei auch Unterschriften für baumschonende Tiefbauarbeiten an der Osterfelder Straße im Rahmen von Infoständen sammeln. Zum Beispiel hat ein "Info-Stand" am Samstag, 19. Juni 2010, am Vitaminkorb "Van Dyck" an der Osterfelder Straße 115 ab 10.00 Uhr stattgefunden. Mit sehr großer Resonanz! 

Zentrale Anlaufstelle für die Unterschriftensammlung ist während der üblichen Öffnungszeiten (montags 16.00 – 21.00 Uhr, mittwochs und freitags 9.30 – 12.30 Uhr) die Geschäftsstelle der GRÜNEN an der Osterfelder Straße 38 in der Bottroper Innenstadt. Weitere Unterschriftenlisten liegen unter anderem in einer in der Nähe befindlichen Pizzeria an der Osterfelder Straße 70 aus! (US, Juni 2010)

- Bezirk Bottrop-Mitte: Straßebäume an der Osterfelder Straße erhalten! -